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Der Sündenbock Honigbiene

Warum Gras-Wüsten das wahre Problem im Wildbienenschutz sind


In jüngster Zeit greifen Umweltbehörden zu radikalen Mitteln: Die Aufstellung von Honigbienen wird per Bescheid untersagt, bestehende Stände müssen weichen. Das Argument ist stets der Schutz der Wildbienen vor Nahrungskonkurrenz. Doch ein Blick auf unsere Grünflächen offenbart die Heuchelei dieser Symbolpolitik.


Unsere Bilddokumentationen zeigen drastisch die wahre Tragödie: Ausgedehnte "Gras-Wüsten" dominieren zunehmend das Bild. Diese Flächen sind durch massiven Stickstoffeintrag und ein mangelhaftes Pflegemanagement von Hochgräsern überwuchert, die jede Blütenvielfalt im Keim ersticken. Für spezialisierte Wildbienen sind diese grünen Wüsten vollkommen wertlos.


Es ist ein bequemer Weg, die Honigbiene als Sündenbock abzustempeln. Ein Verbot kostet die Verwaltung kein Geld und erweckt den Anschein von ökologischer Tatkraft. Die einzig wirksame Maßnahme wird umschifft: Die fachgerechte Pflege der Flächen (extensive Mahd und Abtransport des Schnittguts zur Ausmagerung). Nur so werden blühende Kräuter nicht von Gräsern verdrängt.


Kontrast: Problem vs. Lösung

Problem (Mangelhafte Pflege)

Lösung (Vorbildliche Flächen)

 



Negativbeispiel: Vernachlässigte Pflege führt zu reinen Grasbeständen ohne Blüten. Hohe Gräser überwachsen alles und verdrängen Kräuter.

Vorbildlich: Extensiv gepflegte Wiese mit reichem Kräuter- und Blütenbestand (z. B. Margeriten, Klee), die ein reichhaltiges Trachtangebot bietet.


Negativbeispiel: Verdorrte oder vergraste Flächen an Verkehrswegen bieten keinerlei ökologischen Nutzen für Bestäuber, wären aber flächenmäßig ein enormes Potential. So mäht, wer sich nichts denkt oder sparen will. Gräser überwuchern alles (Gut für Bisons, nicht gut für Wilde Bestäuber)

Vorbildlich: Artenreiche Zwischenbegrünung im landwirtschaftlichen Raum (z. B. Weinbau) oder gelb blühende Wiesen (Status 12. Mai neben “Gras-Wüste” der Kommune) fördern die Insektenvielfalt nachhaltig.


Die Negativ-Beispiele zeigen vorgeblich geschützte Flächen großer Kommunen, die seit Jahren aus budgetären Gründen völlig vernachlässigt und für Bestäuber unbrauchbar gemacht wurden. Und das unter den Augen der eigenen Umweltbehörden, die mit Entfernung von Honigbienen in Ermangelung tauglicher Maßnahmen Symbolpolitik zu betreiben angefangen haben.


Dass es auch anders geht, beweisen vorbildliche Beispiele aus der Landschaftspflege und Landwirtschaft. Artenreiche Wiesen (hier eine für ArcheNoah von einem Landwirt gepflegte Streuobstwiese), durchsetzt mit Margeriten und Klee, oder Weinberge mit einer vielfältigen Begrünung zwischen den Rebstöcken demonstrieren, wie ein funktionierendes Ökosystem aussieht. Solche Flächen bieten ein durchgängiges, reiches Trachtangebot.


Die Imkerschaft darf die aktuelle Entwicklung nicht stumm hinnehmen.


Wir müssen den Dialog suchen und einfordern, was wirklich hilft: Intakte, blütenreiche Lebensräume statt vernachlässigter Gras-Wüsten. Sinnlose Zerstörung von Straßenrändern und Kleinflächen in Kommunen, die gleichzeitig meinen, über ihre Umweltabteilungen die Honigbiene verbieten zu müssen. Wo eine funktionierende Flora existiert, finden Wild- und Honigbiene ausreichend Nahrung – und fliegen friedlich nebeneinander.


Es ist auch ein Appell an die Vertreter des Natur- und Umweltschutzes, sich daran zu erinnern, wer vor 10 Jahren für die Bestäuber das Verbot der Neonikotinoide durchgesetzt hat (Imkerschaft), anstatt jetzt gegen die sich nach wie vor für Bienenschutz einsetzende Imkerschaft zu agitieren und sich für den Karren von Kommunen spannen zu lassen, denen scheinbar die Imkerschaft mit ihren lautstark erhobenen Forderungen nach Bestäuber-gemäßem Flächenmanagement zu mühsam geworden ist. Gerade die anstehende Renaturierung wird hier zum Prüfstein.

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