Vorwort: Ein Meilenstein für die Imkerei – Wenn sich Einsatz und Zusammenarbeit lohnen
- Dr. Matthias Kopetzky

- 18. März
- 2 Min. Lesezeit
Liebe Mitglieder,
liebe Imkerkolleginnen und -kollegen,
am 14. März 2026 war es endlich soweit: Die Herkunftskennzeichnung für Honig wurde offiziell im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Wer diese Zeilen heute liest, mag sich vielleicht denken: Es ist unglaublich, wie viel verdammte Mühe in so unschuldigen drei Absätzen steckt. Aber es tut auch unglaublich gut, sich einmal erfolgreich sogar gegen einen Giganten wie die Wirtschaftskammer (WKO) durchgesetzt zu haben!
Doch blicken wir kurz zurück auf die Entstehungsgeschichte, die uns das ganze vergangene Jahr über in Atem gehalten hat. Auf EU-Ebene war die sogenannte Frühstücksrichtlinie, an der auch ich als EU-Verhandler stark mitwirkten konnte und die vom EU-Abgeordneten Alexander Bernhuber maßgeblich vorangetrieben wurde, längst beschlossen. Doch bei der nationalen Umsetzung in Österreich drohte plötzlich eine massive Verwässerung. Die WKO und der Fachverband der Lebensmittelindustrie intervenierten vehement, um Ausnahmeregelungen durchzudrücken, sodass bei Honigmischungen nicht alle Ursprungsländer transparent angegeben werden müssten. Unter dem Vorwand von Platzmangel auf dem Etikett und Bürokratieabbau standen plötzlich die Interessen von einigen wenigen großen Abfüllbetrieben gegen die berechtigten Forderungen von rund 33.000 heimischen Imkerinnen und Imkern sowie der Konsumenten.
Es folgten unzählige Stellungnahmen, Briefe an die Ministerien und harte Verhandlungsrunden.
Besonders denkwürdig war das Aufeinandertreffen am 11. Dezember 2025 im Parlament, bei dem die Fronten hart aufeinanderprallten und die WKO-Vertreter nach heftigen Diskussionen letztlich emotional und zornig abziehen mussten.
Dieser historische Meilenstein für Transparenz, Konsumentenschutz und fairen Wettbewerb trägt die Handschrift eines starken Teams. Daher ist es an der Zeit, all jene vor den Vorhang zu holen, die das möglich gemacht haben. Ein riesiges Dankeschön gebührt der Geschäftsführerin von Biene Österreich, DI Gabriele Eder. Sie hat hinter den Kulissen unermüdlich die Fäden gezogen, auf höchster politischer Ebene den nötigen Druck aufrechterhalten und die Vernetzung sichergestellt. Ein weiterer großer Dank geht an Prof. Dipl.-Päd. DI Peter Frühwirth, der durch seine unglaublich detaillierte und fundierte Aufklärungsarbeit bei den Abgeordneten einen ganz wesentlichen Teil zur politischen Überzeugungsarbeit beigetragen hat.
Allen voran und ganz besonders möchten wir aber unseren Präsidenten des Erwerbsimkerbundes und Obmann der Biene Österreich, Wolfgang Pointecker, würdigen. Er hat in dieser Sache sprichwörtlich gekämpft wie ein Löwe, hat unzählige Verhandlungen geführt und unsere Imkerschaft stark, laut und geschlossen vertreten. Danke für Euren gewaltigen Einsatz!
Klar hervorheben wollen wir an dieser Stelle auch unsere Verbündeten in der Politik. Die landwirtschaftliche Vertretung innerhalb der ÖVP – namentlich der Bauernbund mit Präsident DI Georg Strasser, die Landwirtschaftskammer mit Präsident Josef Moosbrugger und Landwirtschaftsminister Mag. Norbert Totschnig – hat in dieser Causa ganze Arbeit geleistet. Genau dort, innerhalb der ÖVP, lag der große Konflikt mit der WKO, und unsere landwirtschaftlichen Vertreter haben hier über große innerparteiliche Widerstände hinweg für uns obsiegt.
Nun liegt das Gesetz vor uns. Machen wir was draus!
Diese weitreichende Erfahrung schließt auch mit einer wichtigen Erkenntnis: An alle „politikmüden“ Mitbürger sei gesagt, dass wir mit Schimpfen und Schlechtmachen in diesem Land nichts weiterbringen. Mit Reden, unermüdlicher politischer Arbeit und einer proaktiven, offenen Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung aber sehr wohl!
Dass hartnäckige, aber konstruktive Lobbyarbeit Früchte trägt, haben wir hiermit bewiesen. Wir haben das als Gesellschaft vielleicht ein bisserl verlernt.
Beherzen wir es wieder mehr!
Mit herzlichen und imkerlichen Grüßen,
Dr. Matthias Kopetzky
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