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Jeder Quadratmeter zählt - Einsatz für die Artenvielfalt

Aktualisiert: vor 11 Stunden


Am 22. Mai ist der internationale Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt! Das Datum ist kein Zufall - es erinnert uns jährlich an das wichtige Übereinkommen der Vereinten Nationen über Biodiversität, das am 22. Mai 1992 beschlossen wurde. 



Dieses historische Abkommen hat drei Hauptziele: 


  • die Erhaltung biologischer Vielfalt, 

  • die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt und 

  • die gerechte Aufteilung der aus der Nutzung genetischer Ressourcen gewonnen Vorteile. 


Der größte Feind der Artenvielfalt ist der Verlust von Lebensraum. Die österreichischen Imkerinnen und Imker und ihre Bienen merken es auch – Monokulturen in der Landwirtschaft und sterile Gärten bieten weder Nahrung noch Schutz für Bienen und andere Bestäuberinsekten. 



Agrarlandschaften: Das Schicksalsfeld für unsere Bestäuber


Etwa ein Drittel der Fläche Österreichs wird landwirtschaftlich genutzt – genug Platz für alle, müsste man meinen. Intensive Bewirtschaftung, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust von Strukturelementen verringern aber das Nahrungsangebot und Nistplätze. Für unsere Bestäuber – allen voran die Wild- und Honigbienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Bestäuberinsekten– hat das dramatische Folgen. Dabei ist die Landwirtschaft selbst ein großer Profiteur der Artenvielfalt. Die Bestäubungsleistung von Bienen und anderen Bestäuberinsekten ist für die Landwirtschaft unersetzbar. Ein vielfältiges Ökosystem hält Wetterextremen oder Schädlingsbefall besser stand – die Artenvielfalt ist somit ein wichtiger Faktor in Agrarlandschaften. 


Diesem Thema widmete sich auch eine Tagung unter dem Motto „Es lebe die Vielfalt“ veranstaltet vom Netzwerk Zukunftsraum Land, Biene Österreich und dem Bienenzentrum OÖ. Die Tagung zeigte Teilnehmer:innen, wie man Agrarlandschaften bestäuberfreundlich gestaltet und das Nahrungsangebot für die Bienen und Bestäuberinsekten übers ganze Jahr sicherstellt. 


Das Programm bot spannende Vorträge von Personen aus der Wissenschaft, die aktuelle Ergebnisse vorstellten, sowie praktische Tipps für einen bienenfreundlichen Zwischenfruchtanbau. In der Diskussionsrunde mit Expert:innen aus Landwirtschaft, Umwelt und Imkerei wurde intensiv über politische Maßnahmen und die Bedeutung der GAP für eine bienenfreundliche Landschaft diskutiert.



Diskussionsrunde mit Mag. Gerald Pfiffinger (Umweltdachverband), Mag. Franz Waldenberger (LK OÖ Präsident), DI Christine Hörlezeder (BMLUK), Dr. Matthias Kopetzky (Österreichischer Erwerbsimkerbund). Moderation Anni Pichler (Bauernzeitung) (Foto: Annika Putz)
Diskussionsrunde mit Mag. Gerald Pfiffinger (Umweltdachverband), Mag. Franz Waldenberger (LK OÖ Präsident), DI Christine Hörlezeder (BMLUK), Dr. Matthias Kopetzky (Österreichischer Erwerbsimkerbund). Moderation Anni Pichler (Bauernzeitung) (Foto: Annika Putz)

Lebensraum schaffen!


Bei der anschließenden Exkursion zum Biogut Dornetshub wurde anschaulich gezeigt, was Landwirt:innen mit kleinen und großen Maßnahmen für die Artenvielfalt tun können. Blühflächen wie zum Beispiel Blühstreifen oder Ackerrandstreifen benötigen nicht viel Platz, tragen aber einen wichtigen Teil zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Auch Strukturelemente wie Hecken, Feldraine oder Trockenmauern helfen wichtige Lebensräume für Bestäuber zu sichern. Extensives Grünland gibt der Natur den Raum zurück, den sie braucht, um sich selbst zu regenerieren. Der Mehraufwand für die Landwirt:innen wird dabei zum Teil durch Förderungen gedeckt. Die Kernbotschaft ist klar - Agrarlandschaften müssen so gestaltet werden, dass sie allen Bestäubern Platz bieten!



Teichanlage als eine Maßnahme für mehr Artenvielfalt am Biogut Dornetshub (Foto: Annika Putz)
Teichanlage als eine Maßnahme für mehr Artenvielfalt am Biogut Dornetshub (Foto: Annika Putz)

Aber auch vor der eigenen Haustür kann man Lebensraum schaffen: Eine Ecke im Garten wild wachsen lassen kann wichtige Futterpflanzen wie Brennnessel, Löwenzahn oder Klee für unsere Insekten bringen. Auf exotische Pflanzen oder gezüchtete Blumen mit Blüten, die für viele Bestäuberinsekten unerreichbar sind, sollte verzichtet werden. Heimische Wildblumen und Kräuter wie beispielsweise die Kornblume, die Ringelblume oder der Klatschmohn sind nicht nur schön anzusehen, sie sind für viele Bienen und Wildbienenarten überlebenswichtig. 

Die Natur braucht keine perfekte, englische Rasenfläche – sie liebt das charmante Chaos. Wenn wir den Bienen und ihren wilden Verwandten ein Stückchen Lebensraum zurückgeben, schenken sie uns eine blühende, lebendige Welt. 



Verschiedene Wildblumen und Kräuter als Nahrungsangebot für Bestäuber (Foto: Annika Putz)
Verschiedene Wildblumen und Kräuter als Nahrungsangebot für Bestäuber (Foto: Annika Putz)


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Weitere Veranstaltungen des Bienenzentrums zu diesem Thema: 




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